David Schöpf begeistert mit Bestnote und dem Musikkorps der Bundeswehr

Der Illertisser Dirigent stellt sich mit einem der besten deutschen Orchester schwierigen Werken der Blasmusik. Seine Pläne für die Zukunft sind klar.


Was vor gut zwei Jahren beim Osterkonzert der Stadtkapelle Illertissen einfach mal „probeweise“ begann, hat sich inzwischen zu einer Erfolgsgeschichte ausgewachsen: Am 31. März 2024 stand mit dem damals 24-jährigen David Schöpf erstmals ein Dirigent am Pult, der jünger war als die große Mehrheit der Mitwirkenden. Wenige Tage danach wurde der junge Mann fest engagiert. Anfang Juni hat David Schöpf sein achtjähriges Studium der Blasorchesterleitung am Leopold-Mozart-Zentrum der Universität Augsburg mit der höchstmöglichen Auszeichnung abgeschlossen: Die Traumnote 1,0 gab es für sein Masterkonzert. Absolviert hat der Illertisser Kapellmeister vor einem der besten Blasorchester Europas.

Das repräsentative Konzertorchester „Musikkorps der Bundeswehr“, in dem rund 60 der besten Musikerinnen und Musiker der Bundeswehr – allesamt mit dem Studienabschluss Konzertdiplom – aktiv sind, hatte David Schöpf zu seinem Masterkonzert zugelassen. Üblicherweise geschieht das nur einmal im Jahr. Den Kontakt hatte Schöpfs Lehrer, Professor Maurice Hamers, hergestellt, der als früherer Leiter der Königlichen „Marinierskapel“ der Niederlande selbst ein erfahrener Militärmusiker ist und seit dem Jahr 2000 den Augsburger Lehrstuhl und damals einzigen für Blasorchesterleitung in Deutschland innehat.

David Schöpf begeistert mit Masterkonzert in Bonn-Siegburg


David Schöpf schloss nun sein dortiges Studium mit einem Masterkonzert ab, das allseits Bewunderung hervorrief. Das Konzert fand in der Brückberg-Kaserne in Bonn-Siegburg statt, wo das renommierte Orchester zuhause ist. Schöpf hatte ein Programm zusammengestellt, das selbst für das renommierte Orchester an die obere Leistungsgrenze ging. Professor Hamers kommentierte die Vortragsfolge mit den Worten: „Schwerere Musikstücke gibt es für Blasmusik nicht.“

Schöpf begann mit „Godspeed“ von Stephen Melillo, legte mit dem zweiten Werk „Danse Funambulesque“ von Jules Strens ein 100 Jahre altes Höchstschwierigkeiten-Stück auf, und beschloss die Vorträge mit „Pini di Roma“ von Ottorino Respighi. An alle drei Werke trauen sich selbst manche Berufsorchester nicht heran, wie die Aktiven des Konzert-Musikkorps versicherten. Und auch sie hatten sich in intensiven Proben darauf vorbereitet, die teilweise schon von David Schöpf geleitet wurden.

Jury vergibt Traumnote 1,0 an Schöpf

Das Ergebnis war sensationell: Die vierköpfige Jury hatte 20 bis 30 Minuten als Beratungszeit angesetzt, kam aber schon nach rund fünf Minuten wieder vor das Publikum und verkündete die Traumnote 1,0. Die Jury war hochkarätig besetzt und bestand aus dem Chef des Konzert-Musikkorps, Oberstleutnant Timor Oliver Chadik, Professor Maurice Hamers, Irene Anda, aus Norwegen stammende Lehrbeauftragte an der Uni Augsburg und dem niederländischen Spitzendirigenten Fried Dobbelstein. Nicht nur die Juroren, sondern auch die erfahrenen Berufssoldatinnen und -soldaten des Orchesters waren rundweg begeistert von Schöpfs Auftritt. Das versicherten sie im Anschluss auch Heribert Wiest, dem Ehrenvorsitzenden der Stadtkapelle, der das Konzert live verfolgt hatte.

Die erste Frage der Profis an den neuen Masterdirigenten war danach, bei welchem Berufsorchester er sich nun bewerben wolle, er habe ja nun überall beste Chancen. Von der Antwort waren nicht nur die Musiksoldaten überrascht: Er wolle, so erklärte Schöpf, in der Laienmusik bleiben und sehe seine Hauptaufgabe nun bei der Stadtkapelle Illertissen. Hier übernimmt er zum kommenden Schuljahresbeginn das Vorstufenorchester und die Jugendkapelle und bildet somit den Nachwuchs für die Stadtkapelle aus. Diese betrachtet er als „langfristiges Projekt“, da er in dem Sinfonischen Blasorchester „sehr viel Potenzial“ erkennt. „Ich verstehe mich mit allen Mitwirkenden super und es sind schon eine Reihe von Freundschaften entstanden“, versichert er.

Schöpf übernimmt Trompetenunterricht in Illertissen und Unterallgäu

So sieht David Schöpf die Stadtkapelle „in den kommenden fünf bis zehn Jahren“ als „große Sache“. Was macht so ein Spitzendirigent aber außer seinem Engagement bei der Stadtkapelle? Wie David Schöpf erklärt, hat er bei den bisher von ihm geleiteten Kapellen den Taktstock in Lamerdingen, Mattsies und der Jugendkapelle Lindau abgegeben und behält nur noch die Musikkapelle Opfenbach im Westallgäu. Außerdem wird er Kinder und Jugendliche auf seinem Konzertdiplom-Instrument Trompete unterrichten.

Er bleibt aktiver Musiker bei der „3 BA – Bayerische Brass Band Akademie“ mit dem Solo-Cornet sowie als Trompeter der in Illertissen beheimateten Partyband „Illertaler“. Und was macht so ein Spitzendirigent, wenn Routinetermine wie Maibaumfeier, Volkstrauertag oder kirchliche Anlässe anstehen? Nachdem er nun in Illertissen wohnt, antwortet David Schöpf: „Bei den üblichen Auftritten versuche ich, immer da zu sein“. Sonst steht Manuela Hartmann als stellvertretende Dirigentin bereit.

Quellennachweis:
Text: Illertisser Zeitung online vom 29.07.2026 von Wilhelm Schmid

Nach oben scrollen